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Umweltgruppe vor Ort beim Biolandhof Blezinger in Wirmetsweiler

Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle in Wirmetsweiler. Vor allem bei der Führung des landwirtschaftlichen Biohofes von Peter Blezinger. Aber auch in der Jugendhilfeeinrichtung SOFA („Sicherer Ort Für Alle“) seiner Frau Claudia, die diese therapeutische Wohngruppe leitet. Die Kinder, die dort wohnen, haben mit einem Filmbeitrag den Nachhaltigkeitspreis des Verbands privater Kinderheime gewonnen. Der Besuch der Umweltgruppe Markdorf bei Blezingers startete mit diesem Film, der die Hofumgebung zeigt mit seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt, der Elektromobilität, der Hackschnitzel-Heizung, der Energiegewinngung mittels Photovoltaik, bis hin zu Essen aus Bio-Produktion. In Szene gesetzt wurden die einzelnen Beiträge von den Kindern, die diese Nachhaltigkeitsbeispiele in ihrer direkten Wohnumgebung zeigen. 

Nach dem Film gab Peter Blezinger einen Überblick über seinen Hof und über die Aspekte, die ihm in Sachen Nachhaltigkeit am Herzen liegen. Er bewirtschaftet seine 20 Hektar  nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus (Bioland), mit den Schwerpunkten Ackerbau und Weidewirtschaft. Wichtig sind ihm eine Pflanzenwelt, die ihre Vielfalt ausleben kann, und dies nicht nur in kleinen Rückzugs- und Randstreifen:“Die Natur mag es nicht ordentlich“, sagt er. Am Weizenfeld sieht man dies beispielhaft, da wachsen auch Blumen und Gräser, die bei konventioneller Anbauart mit Pestiziden zurückgedrängt würden. Vielfältige Pflanzenwelt ist auch die Grundlage für eine Vielfalt an Insekten und anderen Tieren. Und diesen muss man Lebens-Raum lassen.  

Er berichtet von der Studie der TU München zum Thema „Umwelt- und Klimawirkungen des ökologischen Landbaus“ (Technische Universität München, Prof. Kurt-Jürgen Hülsbergen). Diese Langzeitstudie zeigt, dass Bio-Betriebe einen Beitrag zur Lösung von Umweltproblemen liefern, indem sie beispielsweise Stickstoffemissionen reduzieren, unabhängig von Mineraldüngerstickstoff sind und mehr Kohlenstoff im Ackerboden binden als konventionelle Landwirtschaftsbetriebe. Die Forscherinnen und Forscher konnten bei ökologischer Landwirtschaft positive Effekte auf die Förderung der Biodiversität feststellen, die besonders auf die artenreichen Fruchtfolgen und die geringeren und schonenderen Arbeitsgängen in den Bio-Betrieben zurückgeführt werden. Bei einer ökonomischen Abwägung kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass jeder ökologisch bewirtschaftete Hektar der Gesellschaft 750€ -800€ Umweltfolgekosten einspart. 

Nach dieser Einführung konnte sich die Besuchergruppe bei einem Spaziergang in Richtung Altes Schloss, anhand von Beispielen ein Bild davon machen, welche „natürliche Unordnung“ gemeint war, die biologische Vielfalt zulässt: vorbei an einer Schafweide mit ungebändigten Rändern und Rainen, bis hin zu den Geländeabschnitten, die schon länger nicht mehr beweidet werden. Für die Schafe hatte Peter einen Eimer mit Leckerlis dabei, die er in mehrere Gefäße verteilte. Sein Klopfen gegen den Eimer verstanden die Schafe schnell, alle rannten zu den Futterstellen, um möglichst viele der Leckerlis abzubekommen.  

Zurück im Gemeinschaftsraum wurde die Besuchergruppe ebenfalls mit leckerem Angebot überrascht. Selbst gebackenes Brot und verschiedene leckere Dips sorgten für einen geselligen Ausklang eines interessanten Besuches auf dem Biohof Blezinger. 



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