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Ergebnis Stadtbus-Aktion

Aktualisiert: 29. Apr 2019



Markdorf – Über 500 Ein- und Aussteiger zählte die Umweltgruppe Markdorf beim Stadtbus-Aktionstag am Donnerstag, den 11. April.

Ein kleiner, wendiger Bus der Firma Wegis mit 15 Sitzplätzen fuhr an diesem Tag auf drei Schleifen durch die Kernstadt und bediente dabei 22 Haltestellen. Viele Fahrgäste füllten die Fragebögen zum Thema Stadtbus aus und machten dabei Angaben zum gewünschten Takt, den bevorzugten Fahrtzielen, der Nutzungshäufigkeit und der Höhe des Fahrpreises.


Haltestellen-Hitliste

Neben dem Bahnhof als Ausgangsund Endpunkt aller drei Schleifen-Linien verzeichnete die Haltestelle beim Proma mit 87 Personen die meisten Ein- und Aussteiger. Auf der Nordschleife folgten die Haltestelle „Rotes Hochhaus – Bussenstr.“ mit 66, sowie „Goethestr. – Kreuzgasse“ mit 32 und die Stadthalle (bergauf) mit 31 Ein-/Aussteigern. Diese nördliche Linie wurde im 30-min-Takt bedient und wurde am meisten genutzt. Aufgrund der Hanglage ist hier der Bedarf für eine Busverbindung offensichtlich besonders hoch.

Erwartungsgemäß war die Zahl der Fahrgäste auf der Süd- und der Ost-Schleife etwas niedriger, wo nur im 60-min-Takt gefahren werden konnte: Hier lag der Angerplatz in Markdorf-Süd mit 35 Ein-/Aussteigern vorne, gefolgt vom Marktplatz mit 24, Stadthalle (bergab) mit 19 und „St. Josef – Spitalstr.“ Wichtig waren auch die Haltestellen Seniorenheim und MGH, die von Nord- bzw. Ost-Linie bedient wurden und insgesamt auf 34 Ein-/Aussteiger kamen. Nur an der Haltestelle Königsberger Str. stieg niemand ein oder aus.


Aktionstag und Umfrage als erste Schritte für Stadtbus-Konzept?

„Normalerweise muss man ein Bus-Angebot ein oder zwei Jahre fahren, um zu beurteilen, ob es tatsächlich angenommen wird“ erklärt Frieder Staerke, einer der Organisatoren der Aktion. „Die hohe Zahl von Teilnehmern an dem einmaligen Aktionstag ist vor diesem Hintergrund als ein erstes positives Signal zu werten.“ Brigitta Ehinger ergänzt: „Wir freuen uns natürlich, dass der Gemeinderat dem Antrag der Umweltgruppe zugestimmt hat, die Machbarkeit eines Stadtbus-Systems zu prüfen. Dieses sollte ein größeres Liniennetz bieten als am Aktionstag.“ Für die weiteren Planungen können auch die erhobenen Umfrage-Daten einige Anhaltspunkte liefern.


Halbstundentakt gefordert

Immerhin 58 Fahrgäste nahmen im Bus oder beim Info-Stand am Bahnhof an einer Umfrage teil. 93% gaben dabei an, dass für sie ein Stadtbusverkehr in Markdorf wichtig oder sehr wichtig ist. Einen Betrieb im Stundentakt hielten nur 25% für ausreichend, während ein Halbstundentakt schon auf 85% Zustimmung stieß. Nur wenige hielten eine noch dichtere Taktfolge für erforderlich.


Gewünschte Fahrtziele

Als wichtigste Fahrtziele wurden die Innenstadt genannt (79%), gefolgt vom Bahnhof (72%), den Supermärkten im Südosten (48%) und dem Seniorenheim und Mehrgenerationenhaus (jeweils 24%). Aber auch der Gehrenberg/-turm wurde von 19% genannt. Dabei waren Mehrfachnennungen möglich. Der Sportplatz (17%) und die Musikschule (10%) wurden seltener gewünscht, ebenso wie die Gewerbegebiete Riedwiesen und Negelsee (jeweils 7%). Diese Gewerbegebiete konnten am Aktionstag mit nur einem verfügbaren Bus nicht bedient werden. Daher ist zu beachten, dass die Fahrtrouten am Aktionstag natürlich auch den Kreis der Umfrageteilnehmer beeinflusst haben, was die Repräsentativität einschränkt.

Neben den vorgegebenen Fahrtzielen wurden von den Teilnehmern der Umfrage weitere Ziele vorgeschlagen: Die Teilorte (Ittendorf, Leimbach, Hepbach, Riedheim) wurden dabei fünfmal genannt. Diese könnten teilweise durch eine Verdichtung der Linie Meersburg-Ravensburg abgedeckt werden. Die Grundschule und das BZM erhielten jeweils zwei Nennungen. Weitere gewünschte Ziele waren u.a. Bermatingen, die Fa. Borg Warner, der Friedhof, die Frühförderstelle, der Kindergarten Ittendorf, die Kreuzgasse (diese war am Aktionstag gesperrt), der Lemon-Club (abends), das Wohngebiet Lichtenberg sowie die Panzerwiese.


Stadtbus darf etwas kosten

Am Aktionstag verkehrte der Bus kostenlos. Trotzdem bekundeten bei der Umfrage 96% ihre Bereitschaft, einen Euro (oder mehr) für eine einfache Fahrt zu bezahlen. 55% würden auch 1,50 Euro akzeptieren. Zwei Euro wären hingegen nur für 9% akzeptabel.


Viele würden Bus häufig nutzen

Bei der Nutzungshäufigkeit erklärten 24%, dass Sie den Stadtbus voraussichtlich (fast) täglich benutzen würden, weitere 46% nannten „mehrmals pro Woche“.

Radmitnahme weniger wichtig

24% waren dafür, dass im Bus auch Fahrräder mitgenommen werden können, 31% votierten dagegen. Die meisten (45%) kreuzten hier „egal/unentschieden“ an.


Weitere Anregungen

Einige notierten weitere Anregungen auf ihren Fragebögen: Dreimal wurde „Kinderwagenmitnahme“ gewünscht. Zwei Personen betonten die Wichtigkeit der Verknüpfung mit dem Bahn-Fahrplan. Andere forderten die Integration in den bodo-Tarifverbund und Angebote für Monats- bzw. Jahreskarten, sowie Preisermäßigungen für Kinder und Schüler. Ein Teilnehmer schlug die Verlängerung der Nord-Schleife bis zum Ende der Fitzenweilerstraße vor. Ein anderer wies auf die Bedeutung des Busangebots für Senioren aus dem Pflegeheim bzw. betreutem Wohnen hin, um eine Teilnahme am Stadtleben, wie z. B. an Veranstaltungen in der Stadthalle oder den Besuch von Cafes zu ermöglichen.


Hoffnungsvolles Fazit

Helmut Faden als Initiator der Aktion zieht ein erfreuliches Resümee: „Die große und positive Resonanz auf unsere Aktion und das hohe Interesse an der Umfrage stimmen uns hoffnungsvoll, dass auch in Markdorf ein funktionierendes Stadtbussystem installiert werden kann.“ Er verweist dabei auf den ÖPNV-Experten Prof. Monheim. Fritz Käser sieht das auch so: „Herr Monheim hat im Zuge der Verkehrsmediation Kluftern dargestellt, dass auch Städte in der Größe Markdorfs durchaus ein Stadtbussystem betreiben können.“ Uwe Schäfer bietet die weitere Mitarbeit der Umweltgruppe zum Thema Stadtbus an: „Wir sind gerne bereit, unsere Erfahrungen aus der Vorbereitung und Durchführung des Aktionstags in die planerischen Überlegungen für ein Stadtbussystem einfließen zu lassen – dieses sollte natürlich möglichst gut auf die anderen Bus- und Bahnlinien abgestimmt werden.“



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