Nachhaltige Landwirtschaft in klein: "UWG vor Ort" bei „viertelhektar“ in Markdorf
- uwgmarkdorf
- 20. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Nachhaltige Landwirtschaft konkret erleben
Rund 30 Interessierte folgten der Einladung der Umweltgruppe Markdorf zum ersten „UWG vor Ort“-Termin des Jahres. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, aufzuzeigen, wie Umwelt- und Klimaschutz, nachhaltiges Wirtschaften, regionale Kreisläufe und weitere Zukunftsthemen ganz konkret vor Ort umgesetzt werden können.
Diesmal führte der Besuch zur Marktgärtnerei „viertelhektar“ von Tobias Kieferle nach Bürgberg.

Ein Konzept mit Ursprung in Paris
Nach der Begrüßung durch Albin Ströbele stellte Tobias Kieferle zunächst das Konzept des sogenannten „Market Gardening“ vor. Dieses ursprünglich aus Paris stammende Modell wurde später vor allem in Nordamerika weiterentwickelt und setzt auf standardisierte Beetgrößen sowie eine intensive und zugleich ressourcenschonende Bewirtschaftung kleiner Flächen.
Seit rund eineinviertel Jahren baut Kieferle seine Marktgärtnerei in Bürgberg auf. Rund 180 Pflanzungen pro Jahr sorgen dabei für eine große Vielfalt an Gemüse und Kräutern.

Regional verwurzelt
Besonders wichtig ist Kieferle die regionale Direktvermarktung. Kundinnen und Kunden können wöchentlich Gemüse bestellen – unter anderem per WhatsApp – und erhalten ihre Lieferung direkt aus Bürgberg. Zusätzlich gibt es Selbstbedienungskühlschränke am Hof.
Beliefert werden inzwischen auch regionale Gastronomiebetriebe und Höfe wie das Wirtshaus Gehrenberg oder der Wirthshof in Markdorf.
Interessant: Tobias Kieferle war selbst von 1998 bis 2001 für die Umweltgruppe Markdorf im Gemeinderat aktiv.
Nachhaltige Landwirtschaft: Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung
Der Betrieb befindet sich aktuell in der Umstellung auf biologischen Anbau. Gedüngt wird unter anderem mit abgelagertem Mist von den Schafen von Peter Blezinger aus Markdorf – ein gelungenes Beispiel für funktionierende regionale Kreisläufe.
Auch beim Wasserverbrauch setzt der Betrieb auf Ressourcenschonung: Mit rund 80 Kubikmetern Wasser jährlich liegt der Verbrauch vergleichsweise niedrig. Das Wasser stammt aus einem regionalen Quellwasserbrunnen vom Nachbarn.

Rundgang durch Gewächshaus und Außenbeete
Beim Rundgang durch das rund 3.000 Quadratmeter große Gewächshaus erhielten die Besucherinnen und Besucher Einblicke in Anbau, Bewässerung und Sortenvielfalt. Derzeit wachsen dort unter anderem Feldsalat, Lauchzwiebeln und Spinat, später folgen Gurken, Tomaten und Zucchini.
Besonderes Interesse galt auch den Außenbeeten sowie den verschiedenen alten Tomatensorten, darunter die Sorte „Fuzzy Wuzzy“.
Kieferles Ansatz wurde dabei deutlich: kein Wachstum um jeden Preis, sondern eine bewusste, nachhaltige und sinnstiftende Form der Landwirtschaft.


Nachhaltigkeit als gemeinsames Zukunftsthema
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie die Ziele der Umweltgruppe Markdorf – Umwelt- und Klimaschutz, nachhaltiges Wirtschaften und regionale Verantwortung – in der Praxis gelebt werden können.
📅 Hinweis: Am 21. Juni lädt Tobias Kieferle zum Tag der offenen Tür auf seinen Hof ein.











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