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Die Uweltgruppe weiß es jetzt: Was läuft gut in Markdorf und was könnte besser laufen?

Artikel Süddkurrier, 24.02.2024


Die Umweltgruppe (UWG) startet in den Wahlkampf zu den Kommunalwahlen am 9. Juni. Knapp drei Monate waren Mitglieder auf den Wochenmärkten und vor dem Proma mit einem Stand vertreten und hatten die Bürger um ihre Meinungen befragt: Kritik, Lob, Vorschläge und Wünsche, alles sei entgegengenommen worden, so Fraktionschef Joachim Mutschler. 176 Bürger hätten sich beteiligt, insgesamt seien 462 Wortmeldungen notiert worden, darunter 128 Umfragezettel in ihrem Briefkasten.


Viele Bürger sind zufrieden

„Die Umweltgruppe will es wissen“, hatte man die Aktion betitelt. Nun, so meinen Mutschler, Lisa Gretscher, Isabel Schlößer, Frieder Staerke und Tobias King im Gespräch mit der Redaktion, wisse man zumindest, wo viele Bürger der Schuh drücke, aber was auch als Positiv empfunden werde. Mutschler und Gretscher sind bereits im Gemeinderat, Schlößer, Staerke und King stehen auf der Kandidatenliste für den 9. Juni, die die UWG nach ihrer Nominierungsversammlung am 11. März öffentlich machen möchte.


Vorneweg: Der Wunsch nach besseren Radwegen

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis: „Die Mehrheit ist sehr zufrieden mit Markdorf, es war keineswegs ein Verwaltungs-Bashing“, sagt Mutschler. Der überwiegend positive Tenor sei „durchaus überraschend“ gewesen, ebenso, wie Gretscher ergänzt, dass ganz überwiegend „konstruktive Kritik“ geäußert worden sei. Wenig überraschend hingegen bezogen sich die meisten Antworten auf den Themenkomplex Mobilität/ÖPNV. Ganz vorneweg: Der Wunsch nach besseren Radwegen mit 21 Meldungen und die Hauptstraße autofrei zu machen mit 14 Meldungen. Mit Staerke als Sprecher der Kreisgruppe des alternativen Verkehrsclubs VCD hat die UWG einen Experten. Er sagt: „Beim Kfz-Verkehr überwiegen die Stimmen, die sich eine Reduzierung wünschen.“ Beim Thema Parken sei das Meinungsbild etwas gespaltener, bei immerhin fünf Rückmeldungen, denen mehr Parkplätze oder die Beibehaltung des kostenlosen Parkens ein wichtiges Anliegen war. „Nimmt man aber die vielen Anregungen aus dem Themenfeld Innenstadt-Qualität hinzu, die mehr Grün, mehr Spielplätze und Aufenthaltsmöglichkeiten wünschen, dann relativiert sich das Bild wieder“, sagt Staerke. Für die UWG sehe man ein „positives Bild in Richtung Verkehrswende“. Dennoch gehörten innenstadtnahe Parkplätze auch für die UWG zur Attraktivität von Markdorf, betont Mutschler: „Wir müssen aufpassen, dass wir dem Einzelhandel nicht schaden.“


An gemeinsamen Öffnungszeiten hakt es noch

Vor allem zur Aufenthaltsqualität seien viele Vorschläge eingereicht worden, sagt Gretscher. Allerdings würden auch viele kleinere Maßnahmen gewünscht, die bereits in dem laufenden Programm zur Attraktivierung der Innenstadt enthalten seien. Eventuell, so Gretscher, müssten Rat und Verwaltung dahingehend nochmals an ihrer Kommunikation in die Bürgerschaft arbeiten. Immerhin bewerten 16 Rückmeldungen Markdorf als eine gute Einkaufsstadt, lediglich vier Bürger bemängelten ein fehlendes Innenstadt-Konzept. Ein Kritikpunkt: Die nach wie vor nicht abgestimmten Öffnungszeiten des Einzelhandels. Aufschlussreich, so Gretscher, sei, dass mehr schöne Plätze zum Verweilen für alle Generationen gewünscht würden. Generell, fügt Schlößer an, schneide Markdorf gerade im Vergleich mit Ravensburg aber sehr gut ab, was Angebote und Einkaufsmöglichkeiten anbelange. Ein ganz wichtiges Pfund dabei: Der Wochenmarkt, der laut Schlößer von vielen Bürgern als unverzichtbar und auch als wichtiger sozialer Treffpunkt angesehen werde.

                 

Bürger wünschen sich mehr Grün in der Stadt

Beim Themenfeld Natur, Umwelt, Klimaschutz dominiert ganz eindeutig der Wunsch nach mehr Grün und weniger versiegelten Flächen in der Innenstadt: 20 Bürger sprachen sich dafür aus, vier Bürger wünschen sich mehr Wasser. Ebenfalls interessant: Fünf Rückmeldungen pro Windkraft auf dem Gehrenberg hatte die UWG bekommen, gegenüber zwei Contra-Meinungen. Zu Wort gemeldet hat sich auch die ältere Generation: „Vor allem die älteren Bürger erwarten, dass der Stadtbus kommt, trotz der Ausweitung der Häfler Stadtbuslinien“, sagt Staerke. Mehrfach werde auch ein Mangel an Pflege- und Betreuungsplätzen genannt, verweist Gretscher auf die entsprechenden Nennungen. Positiv hingegen seien die Rückmeldungen zum Thema Kinderbetreuung ausgefallen, sagt Tobias King. Das Angebot in Markdorf werde als sehr gut wahrgenommen. Allerdings wünschten sich die Bürger eine „sozial gerechtere Kostenabstufung“, da die Gebühren im regionalen Vergleich eher höher angesiedelt seien. Sehr gut angekommen, so King, seien offenbar die Kindertheatertage. Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren hingegen würden sich über weitere Angebote für ihre Altersgruppe freuen.


UWG zieht positives Fazit der Aktion

Mit der Aktion sei man rundum zufrieden: „Wir wollten deutlich vor der Wahl zuhören“, sagt Mutschler. Die Erkenntnisse aus der Bürgerbefragung werde man aufgreifen und auch im Wahlprogramm abbilden. In den kommenden Wochen will die UWG weiter auf dem Wochenmarkt Präsenz zeigen. Und: Die Bürger könnten weiterhin ihre Anregungen abgeben, auch in den Briefkasten, der inzwischen am ehemaligen Postgebäude in der Hauptstraße angebracht ist.




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